„Wer keine Wohnung hat, verliert auch alles andere!"

Fraktion vor Ort: Gutes Leben und Wohnen in der Sozialen Stadt. In der Neuen Stadtbücherei am 18.11.2015

19. November 2015

Steigende Energiekosten, Grundstückspreise, Spekulation, Sanierungsmaßnahmen und neue Bauvorschriften machen Wohnen immer teurer. Insbesondere in Ballungszentren, wie Augsburg, die kontinuierlich wachsen, verschärft sich die Lage zusehends. Wie sich die Situation in Augsburg derzeit darstellt und welche Lösungsansätze im Bund und Kommune derzeit verfolgt werden, war Inhalt der öffentlichen Diskussionsveranstaltung „Gutes Leben und Wohnen in der Sozialen Stadt“ in der Neuen Stadtbücherei, zu der die Augsburger SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr am vergangenen Mittwoch einlud.

Gemeinsam mit Michael Groß, dem wohnungs- und baupolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, und Dr. Stefan Kiefer, Bürgermeister und Sozialreferent der Stadt Augsburg, setzt sich Ulrike Bahr dafür ein, dass gutes Leben und Wohnen in der sozialen Stadt nicht Utopie bleibt, sondern Wirklichkeit wird. Deshalb hat sie sich das Thema ganz weit oben auf ihre politische Agenda gesetzt: „13 Millionen Menschen haben Schwierigkeiten, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Die wachsende Anzahl an Flüchtlingen, die berechtigt bei uns Schutz suchen, macht das Problem nicht kleiner. Deshalb besteht jetzt dringender Handlungsbedarf“, so Ulrike Bahr. Jede Woche ist die Stadt gefordert, Unterkünfte für mehr als 60 neue Flüchtlinge bereitzustellen – wahrlich keine leichte Aufgabe. Deshalb freut sich Bürgermeister Stefan Kiefer, dass sich der Bund ab dem kommenden Jahr dauerhaft an den Kosten der Unterbringung von Flüchtlingen beteiligt. „Jetzt sind die Länder in der Pflicht, dieses Geld auch an die Kommunen weiterzugeben“, so Kiefer. 2 Mrd. Euro stellt der Bund zudem zusätzlich für die soziale Wohnraumförderung zur Verfügung. Michael Groß: „Bundesweit fehlen mehr als 400.000 Wohnungen. Diese Verknappung führt zu einer zusätzlichen Verteuerung und trifft gerade die Einkommensschwachen ganz besonders, die einen immer größeren Teil ihres Einkommens für Wohnraum ausgeben müssen.“

Für Ulrike Bahr ist Städtebauförderung mehr als Baupolitik: „Genauso wie Städte viel mehr als Stein und Beton sind. Daher muss es nach unserem sozialdemokratischen Grundverständnis bei der Stadtentwicklung immer auch darum gehen, tatsächliche Lebensräume zu schaffen, ein soziales Miteinander vor Ort zu fördern und mit Hilfe einer durchdachten Quartiersentwicklung dafür zu sorgen, dass gutes Leben und Wohnen in der sozialen Stadt nicht Utopie bleibt, sondern Wirklichkeit wird.“ Darum gilt es eben auch die Neuankömmlinge von Anfang an bestmöglich zu integrieren.

Andrea Collisi, Stadträtin aus Königsbrunn und Mitglied im örtlichen Flüchtlingshelferkreis: „Überall dort, wo Menschen zusammen kommen, werden Vorurteile abgebaut. Deshalb ist es ganz wichtig, die Flüchtlinge von Anfang an in unsere Lebensräume zu integrieren und ihnen unsere Werte zu vermitteln. Sprache, Bildung, Arbeit, Gesundheit vom ersten Tag an!“ Gabriele Opas, zuständig für die Freiwilligenkoordination Asyl, Kinder und Jugendliche/unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Freiwilligenzentrum Augsburg: „Ich bin überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft der Menschen in Augsburg, anderen Menschen in ihrer unbeschreiblichen Not zu helfen. Was ich dort in Arbeit an zwischenmenschlicher Nähe täglich erlebe, empfinde ich als eine große Bereicherung für uns alle.“

Im Vorfeld der öffentlichen Diskussion lud Ulrike Bahr zu einem runden Tisch, an dem sich neben Vertretern des Augsburger Stadtrats (Stefan Quarg und Dr. Florian Freund), des örtliche Mietervereins (Thomas Weiand), die städtische Wohnungsbaugesellschaft (Dominik Hoppe) und der Gewerkschaft IG-Bau (Karl Bauer) beteiligte. Unverständnis äußerten die Gesprächsteilnehmer insbesondere über den immer noch ausstehenden Mietpreisspiegel in Augsburg, der unbedingt notwendig ist, damit die Mieterpreisbremse wirken kann, um die ausufernden Steigerungen im Mietmarkt abzumildern. Thomas Weiand: „Seit zwei Jahren lese ich, dass in der CSU hierzu noch Gesprächsbedarf bestünde. Nie lese ich, welche Fragen denn noch ungeklärt sind.“

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